Eine Pulverbeschichtungsanlage besteht im wesentlichen aus Vorbehandlung, Haftwassertrockner, Beschichtungskabine mit Rückgewinnung, elektrostatischem Auftragssystem, Trockner und Förderer.
Vorbehandlung
Die Vorbehandlung dient der Reinigung der zu beschichtenden Werkstücke und erhöht deren korrosive Standfestigkeit. Der Aufbau der Vorbehandlung richtet sich nach dem Einsatzzweck der zu beschichtenden Teile bzw. nach dem Grundmaterial. Übliche Vorbehandlungsmethoden sind die Eisenphosphatierung, Zinkphosphatierung und die Chromatierung.
Haftwassertrockner
Der nachfolgende Haftwassertrockner soll verhindern, daß Feuchtigkeit in die Beschichtung verschleppt wird.
Beschichtungskabine
In der Beschichtungskabine herrscht Unterdruck, damit kein Pulver aus den Öffnungen heraustritt. Gleichzeitig wird das Overspray mit der Abluft abgesaugt.
Das rückgewonnene Pulver wird üblicherweise im Kreislauf dem Vorratsbehälter für die Spühgeräte wieder zugeführt. Damit das pulverförmige Beschichtungsmaterial “fließen” kann, wird es mit getrockneter Druckluft fluidisiert.
Applikationsmethoden
Die elektrostatischen Sprühgeräte sind entweder als Handpistolen oder als Automatikgeräte ausgeführt, die mit hoher Spannung und niedrigem Strom ein elektrisches Feld zwischen Pistole und Werkstück aufbauen. Die Pulverpartikel folgen den elektrischen Feldlinien und bleiben am geerdeten Werkstück haften.
Gängige Applikationsmethoden sind:
Elektrostatisch
Bei dieser Methode wird ein Hochspannungsgenerator benutzt, der die Elektrode an der Pistolenspitze auflädt. Es entsteht ein elektrostatisches Feld (Korona) zwischen Pistole und Werkstück. Einsetzbar für alle leitenden Werkstücke.
Triboelektrisch
Tribo-Elektrizität wird durch Aneinanderreibung zweier Materialien erzeugt. Bei Tribo-Pistolen reibt sich das Pulver an einer speziell formulierten und geformten Oberfläche und lädt sich beim Transport auf.
Vorteilhaft bei Werkstücken mit vielen Ecken und Winkeln (leichtere Überwindung des Faradayschen Käfig Effektes)
Des weiteren kommen das Wirbelsintern (z.B. bei Pipelines) und die Heißbeschichtung (bei Glas) zum Einsatz.
Trockner bzw. Ofen
Während des Einbrennvorgangs schmilzt, zerfließt, geliert und letztendlich reagiert das Pulver chemisch (Verkettung) und härtet aus.
Es ist wichtig die vorgegebenen Einbrenntemperaturen und -zeiten einzuhalten.
Diese sind Abhängig von der Pulversorte und den eingesetzten Ofentypen.